Über

Ich habe nun eine auf meinen Namen lautende Homepage. Dieser Umstand verdankt sich der Europäischen Union. Die EU hat mir und zwölf anderen einen Literaturpreis verliehen und uns nach der Preisverleihung zu einem Professionalisierungs-Workshop eingeladen. Mehrere Vortragende teilten ihr Wissen mit uns. Es ging um Vertragskonditionen, Literaturagenten, Rechte und darum, wie man als Autorin sich selbst besser vertreten und mehr Geld verdienen kann. Es ging um die Elemente, die einen potentiellen Bestseller ausmachen. Darüber sollte man nachdenken, ehe man ein Buch fertiggeschrieben hat. Es ging darum, dass zur Öffentlichkeitsarbeit eine Homepage und „social media“ gehören. Den Preisträgern wurden je fünftausend Euro Preisgeld überwiesen. Man verständigte uns darüber, dass außerdem ein Budget von einigen tausend Euro pro Person zur Verfügung stünde, das man für Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen ausschöpfen könne. Eine PR-Maßnahme sei zum Beispiel die Gestaltung einer Homepage. Eine Homepage, sagte eine der Workshop-Vortragenden, stehe außer Diskussion. Über „social media“ könne man diskutieren. Ein Ratschlag zu Twitter, Instagram und Facebook: Es sollte nicht ums Schreiben gehen. Unterhaltsam solle es sein, jeder habe Interessengebiete, guter Kaffee etwa oder Reisen. Sie verstand es, launig vorzutragen, es wurde viel gelacht. Einblicke geben. Authentisch und einzigartig, aber nicht zu persönlich. Das für den Europäischen Literaturpreis zuständige Büro war sehr entgegenkommend und erklärte sich bereit, die Kosten für die Erstellung meiner Homepage zu übernehmen. Diese wird als Exposition verstanden, eine Hängung mit einem Ausgangspunkt und zeitlicher Begrenzung. Sie ist ab Mai 2020 für einige wenige Monate im virtuellen Raum zugänglich. Das Verschwinden der digitalen Ausstellung geht mit dem Erscheinen eines analogen Druckwerks einher und wird mit einer Präsentation in echt begangen.